vermisst gefallen vergessen
© wolfgang müller - selb - 2018 

Friedhof Selb - die Kriegsgräberstätte

Geschichte der Gedenkstätte

Im Oktober 1969 begannen auf dem Friedhof die Arbeiten an einem abgegrenzten Areal, welches als „Soldatenfriedhof“ gestaltet werden sollte. Durch Änderungen an der Friedhofsmauer entstand eine Nische, in welcher ein Hochkreuz errichtet wurde. Über das Gräberfeld der 115 Grablagen verstreut sind sieben Kreuzgruppen verteilt. Als Material hierfür fand der aus dem Fichtelgebirge stammende „Roggensteiner Granit“ Verwendung. Die Arbeiten führten hiesige Unternehmen durch. Am 17. Oktober 1970 erfolgte die feierliche Übergabe des fertiggestellten Areals an die Stadt Selb.

Keine Gedenkstätte nur für Soldaten

Auf der Kriegsgräberstätte ruhen 115 Personen, gestorben während des 1. und 2. Weltkrieges. Hier ruhen russische Kriegsgefangene, deutsche und rumänische Soldaten neben Selber Zivilisten, welche bei der Befreiung durch die Amerikaner ums Leben gekommen waren, ein Schicksal, das auch einigen Wehrmachtsangehörigen zu teil wurde. Da Selb während der Weltkriege auch Lazarettstadt war, verstarben Verwundete in Selb. Nur ein Teil hier begrabenen Soldaten stammte aus Selb. Der größte Teil der Selber Kriegsverluste ruht heute noch in „fremder Erde“.

Geschichte.

Was Beginn 1917 (der erste Weltkrieg dauerte bereits 3 Jahre) mit einer Schenkung an die Stadt Selb begann, endete im Juli 1933 mit der Einweihung des Denkmals. Dazwischen lagen das Ende des 1. Weltkrieges mit dem Verschwinden der Monarchie, die Ausrufung der Weimarer Republik, eine Weltwirtschaftskrise und die Machtübernahme der Nationalsozialisten. Mehrfach war das Projekt Kriegerdenkmal dem Scheitern nahe. Jahre ruhten die Arbeiten am halbfertigen Denkmal.  Was Privatleute und Industrie im Lauf der Jahre immer wieder mit Spenden gefördert hatten nutzten die Nationalsozialisten, um mit einer pompösen Veranstaltung das Denkmal einzuweihen. Seither steht es nahezu unverändert auf dem Goldberg. Zum Denkmal heißt es beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege: Aktennummer: D-4-79-152-9 Art: Baudenkmal Beschreibung: … oktogonale Halle ohne Dach aus Granitquadern, in der Mitte Pfeiler mit Feuerschale. Entwurf: Konrad Kühnlein, 1928.
Auf sieben Steintafeln sind die Gefallenen und Vermissten der Stadt Selb eingeschlagen. Da sich durch die Gebietsreform das Stadtgebiet erst 1972 auf die umliegenden Dörfer und Gemeinden erweitert hatte, fehlen hier die Namen der Gefallenen und Vermissten, beispielsweise aus Längenau und Silberbach. Trotzdem muss man über 500 Namen zählen, alles Selber die aus dem ersten Weltkrieg nicht heimkehrten, oder in Selb an den Kriegsfolgen gestorben sind. Dies ist nur ein Denkmal für sie. Viele Selber ruhen noch heute auf den Kriegsgräberstätten entlang der damaligen Schlachtfelder, verstreut auf ganz Europa. Einige Wenige fanden ihre letzte Ruhestätte auf der Selber Kriegsgräberstätte. Die eingemeindeten Dörfer gedenken ihrer Kriegsopfer mit eigenen Denkmälern. Während zur Einweihung noch die Inschrift  „Die Stadt Selb - Ihren gefallenen Soldaten“ am Mittelpfeiler prangte, wurde diese Schrift zwischenzeitlich ersetzt. Heute ist dort zu lesen „Allen Opfern von Krieg und Gewalt“.
Die Selber Kriegsopfer

Sedan-Denkmal an der evangelischen Stadtkirche St. Andreas

Am Sedantag des Jahres 1895, dem 2. September, erfolgte die feierliche Einweihung des Sedandenkmals. Unter reger Teilnahme der Bevölkerung weihten die Selber Honoratioren auf einem Vorplatz der Selber Stadtkirche, ein als Obelisk gestaltetes Denkmal für die 13 Gefallenen des Frankreichfeldzuges 1870-1871 ein. Die Bezeichnung Sedantag geht auf die Schlacht am 2. September 1870 zurück, als die französischen Truppen im deutsch-französischen Krieg bei Sedan entscheidend geschlagen wurden. An diesem Tag fielen vier der 13 Selber bei Sedan. Trotz des deutschen Sieges endete der Krieg offiziell erst am 10.Mai 1871 (Frieden von Frankfurt). Das Sedandenkmal steht ebenfalls unter Denkmalschutz, wie der gesamte Platz, als ehemaliger befestigter Kirchhof (D-4-79-152-134).

Goldbergdenkmal - Den Opfern des 1. Weltkrieges

Stadtkirche - Sedandenkmal

Denkmäler im Selber Umland

In und um Selb existieren eine Vielzahl verschiedener Gedenkstätten

hier nun eine kleine Auswahl - Friedhof Selb - Kriegsgräberstätte - Kriegerdenkmal am Goldberg - Sedandenkmal neben der evangelischen Stadtkirche - weitere Denkmäler im Selber Umland

Ein Denkmal.